Ansteckende Vielfalt auf dem Kirchentag

Foto: ekasur_jhp

Pfarrerin Katrin Wüst verteilt Vielfaltsbändchen auf dem Kirchentag

„Vielfaltsbändchen, heute letzte Gelegenheit!“ Als die Menschen am Sonntag auf dem Kirchentag in Hamburg zum Abschlussgottesdienst strömten, verteilten die Mitwirkenden des Projektes „Wir wollen Vielfalt“ aus dem südlichen Rheinland ihre Strickliesel-Anstecker mit diesem Spruch und einem fröhlichem Lächeln. Insgesamt konnten sie auf dem bundesweiten Treffen evangelischer Christen rund 50 000 Menschen mit der Idee der Vielfalt anstecken. Überwältigt von der großen Resonanz berichtete Katrin Wüst nach ihrer Rückkehr, „bis auf drei Einkaufstüten mit Wollschnüren ist alles verteilt“. Die Pfarrerin von der Pfarrstelle für Behindertenarbeit des Kirchenkreises An Sieg und Rhein hatte vor einem Jahr zusammen mit Pfarrer Wolf Clüver aus Mönchengladbach das Projekt „Wir wollen Vielfalt“ initiiert. Ziel ist es, auf spielerische, leichte Art, für eine inklusive Gesellschaft zu werben, in der alle Menschen akzeptiert sind und ihren Platz haben. Motto: „Normal ist, verschieden zu sein“.

Bundesweit beteiligten sich rund 800 Menschen

Zehn Kilometer Strickliesel-Wollschnur sollten, so der Plan der Projektverantwortlichen, bis zum Kirchentag entstehen. Am Ende sind es sogar mehr als elf Kilometer geworden, die aus ganz Deutschland in den Sammelstellen eintrafen. „Schätzungsweise 800 Menschen haben sich beteiligt und für uns gestricklieselt was der Faden hergab“, so Pfarrerin Wüst. Aus den Strickschnüren in allen Farben des Regenbogens haben viele Helferinnen und Helfer 50 000 Anstecker hergestellt, die als Symbole der Vielfalt an die Kirchentagsbesucher verschenkt wurden.

In bester Stimmung

„Eigentlich haben wir mit ‚Wir wollen Vielfalt‘ zwei Projekte gewuppt“, sagt Katrin Wüst. „Die zehn Kilometer zu schaffen, war das erste und die Verteilung der 50 000 Anstecker auf dem Kirchentag das zweite“. Die engagierte Pfarrerin war mit 13 Menschen mit Behinderungen und sechs Begleitpersonen in Hamburg unterwegs. Beim Verteilen halfen zusätzlich zehn Schülerinnen der Heilerziehungspflege aus Mönchengladbach. „Die Stimmung in der Gruppe hätte nicht besser sein können“, so Wüst. „Alle haben nach ihren Möglichkeiten mit angepackt und sich über die Gespräche und Kontakte gefreut.“ Nach den aufregenden letzten Wochen und Tagen ist jetzt erst einmal eine kreative Pause angesagt. Und wer weiß, vielleicht heißt es ja in zwei Jahren auf dem kommenden Kirchentag in Stuttgart „Vielfaltsbändchen, wieder da!“